Fleischgerichte


(Sniertjebraa) (Schweinebraten) (Sahneschnitze) (Senfschnitzel) (Petersiliensteak) (Grünkohlroulade) (Rinderschnitzel mit Mangold) (_(un)ostfriesische_Roastbeefstreifen) (Glühweinbraten) (Extumer Lammbraten) (Lammgeschnetzeltes) (Lammfrikadellen) (DW-Lammfilets) (Lammkürbis)

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Sniertjebraa

Dies ist wohl neben dem Jägerschnitzel das beliebteste Fleischgericht der Ostfriesen und jeder bereitet es nach "seinem Geheimrezept" zu.

1 kg schlachtfrisches Schweinefilet ( heute nimmt man meistens Schweinebraten)
3/4 kg Zwiebeln, etwas Schmalz, Mehl, evtl. etwas Sahne, Salz und Pfeffer.

Das Fleisch in große Stücke schneiden und mit dem Schmalz von allen Seiten stark anbraten. Zwiebel hinzufügen und goldgelb braten, etwas Mehl darüber streuen und mit Wasser ablöschen. Salz und Pfeffer zufügen und etwa 1-2 Stunden köcheln lassen. Vor dem Servieren abschmecken und evtl. etwas Sahne dazugeben.
Dazu gibt`s Rotkohl, Rote Beete, Gewürzgurken und Kartoffeln und natürlich Bier obwohl hierbei ein Cotes du Rhone oder ein Beaujolais auch nicht stören würde.

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Schweinebraten

Hier gibt's ihn noch : den fast normalen Schweinebraten. Sicherlich, das Schwarzbrot und der Käse erscheinen auf den ersten Biss etwas extravagant, aber nachmal springen die Ostfriesen nun doch über ihre Schatten. Schmecken tut's jedenfalls.

1kg Schweinebraten, 100g Schwarzbrot, 4-5 Zwiebeln ,
100g geriebener Käse ( alter Holländer / Parmesan ),
2 Eigelb, Sahne, Nelken, Butter

Das Fleisch salzen und pfeffern und in Butter oder Schmalz von allen Seiten braun braten. Mit Wasser ablöschen und ca 1 1/2 Stunden schmoren lassen. Die Zwiebeln in kleine Stücke schneiden und in Butter glasig dünsten. Dann Eier, Schwarzbrot, Käse, Nelken, Pfeffer und Salz zugeben und alles durchdrehen. ( evtl. etwas Kirsch- oder Himbeersaft zugeben) Diese Masse auf den Braten streichen und im Backofen bei 200 Grad etwa 1/2 - 3/4 Stunde überbacken. Den Bratensaft mit Sahne, Pfeffer, Salz abschmecken und mit Kürbis servieren.

Wen der Essig beim Kürbis nicht stört, der macht mit einem Müller-Thurgau oder einem leichten Roten nichts verkehrt.

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Extumer Lammbraten

Dieses Gericht schmeckt an besten wenn das Fleisch von ostfriesischen Deichschafen stammt, aber selbst in Ostfriesland bekommt man es nur selten zu kaufen. Da die Deichschafe auf Salzwiesen grasen ist ihr Fleisch wesentlich aromatischer als daß ihrer "Kollegen". Deswegen wird mit Gewürzen auch recht sparsam umgegangen um den typischen Eigengeschmack des Fleisches nicht zu verdecken.

Wir brauchen also : 2-3 kg Lammkeule, 500gr Weiße Bohnen
( im Notfall geht's auch mit einer Dose Bohnen)
2-3 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe ( ist hierbei nicht unbedingt nötig)
4 Möhren, 4 Garten-Tomaten ( keine geschmacksneutralen EU-Tomaten) oder 1 kl. Dose Tomaten
1 Bund Petersilie, Lorbeer, Piment, Pfeffer, Salz

Am Abend vorher die Bohnen in reichlich Wasser einweichen. Von der Lammkeule das überschüssige Fett entfernen. Knoblauchzehe in Streifen schneiden und die Keule damit spicken. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer einreiben und in einem Gänsebräter im Backofen bei ca. 180 Grad langsam braten lassen. Wenn man das Fleisch "rosa" liebt reichen in der Regel 1.5 - 2 Stunden, sonst eine Stunde länger. Während das Fleisch im Ofen ist, werden die Bohnen vorbereitet: Bohnen, Zwiebel, kleingeschnittene Möhren, Lorbeer, Piment, etwas Pfeffer und Petersilie mit den Bohnen in einen großen Topf geben und ca. 20 Minuten köcheln lassen, nach etwa 10 Minuten salzen danach abgießen und Zwiebeln, Lorbeer, Piment, und Petersilie entfernen und Bohnen warm halten. Tomaten in kleine Würfel schneiden und Petersilie kleinhacken. Wenn das Fleisch gar ist, Fleisch aus dem Topf nehmen und den Bratensatz mit Wasser ablöschen. Nun die Bohnen und Tomaten und evtl. etwas Sahne zugeben, mit Pfeffer, Salz und evtl. etwas Zucker abschmecken und je nach Geschmack anbinden. Fleisch und Bohnen auf eine vorgewärmte Platte legen und die gehackte Petersilie darüberstreuen. Mit Brot heiß servieren !

Als Getränk paßt ein junger kräftiger Rotwein ( Cabernet-Sauvignon oder Merlot ; mein Tip : Listrac/Medoc ) sehr gut hierzu.

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Petersiliensteak

Jedesmal im Sommer, wenn die Touristen in Ostfriesland einfallen ( ich hab auch so angefangen) werden als erstes die Expeditionen zum Deich oder zur nächsten Weide in Angriff genommen. Ja, und dann stehen sich, beiderseits des Zaunes die mehr oder weniger gehörnten bunten Warmblüter gegenüber : die einen im schwarz-weißen- Naturleder-Outfit und die anderen im karnevalistisch-buntem Sympatex dressing. Und beide bestaunen sich ausgiebig, nur am Abend wird's für die einen unangenehmer : dann liegen sie nämlich filetiert auf dem Teller, während die anderen gedankenlos davorsitzen.

4 Filetsteaks ( ca 2cm dick und gut abgehangen), 4-8 dünne Scheiben fetten Speck,
1 Bund frische Petersilie, 2-3 Charlotten / Zwiebeln , Pfeffer, Salz

Die Filetscheiben mit den Speckscheiben seitlich umwickeln und mit etwas Garn fixieren. In einer heißen Gußpfanne von beiden Seiten rosa braten. Petersilie und Zwiebeln klein hacken und mischen. Die Steaks aus der Pfanne nehmen, das Garn entfernen, mit Pfeffer und Salz würzen und die Petersilie-Zwiebelmischung über die Steaks geben. Mit Bratkartoffeln servieren.

Dazu ein kräftiger junger Rotwein ( Cahors,Medoc, Bordeaux,..) oder auch ein Jever Pils

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Grünkohlroulade

Dieses Rezept ist etwas für die "italienischen" Ostfriesen denen Mama Miraculi nichts mehr bieten kann :

4 Rouladen; 2 Zwiebeln, etwas Speck, Grünkohl
( diesmal darf er aus der Kühltruhe oder Dose kommen)
etwas alter Gouda (oder Parmaggio), Pfeffer und Salz

Rouladen würzen und mit Grünkohl, Speck, Zwiebeln füllen. Je nach Geschmack mehr oder weniger geriebenen Käse darüberstreuen und zuwickeln. Anbraten , mit etwas Wasser ablöschen und etwa 1 Stunden köcheln lassen. Die Soße mit Sahne, Käse, Pfeffer und Salz abschmecken und der Blumenkohl ( oder gar Brocoli) aus dem Garten würde hierbei geradezu Karriere machen.

Und nun der Wein : Chianti oder auch ein Pinotage aus Südafrika.

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Sahneschnitzel

Da des Ostfriesen liebstes Haustier das Schwein (und das möglichst in Schnitzelform ) ist, erbringt die ostfriesische Küche hierbei höchstleistungen.

4 Schnitzel, 250gr Champignons, 1kleine Zwiebel, Butterschmalz, 1/8 l Sahne,
Saft einer 1/2 Zitrone ( oder 0.1l Weißwein ) Pfeffer, Salz und etwas Zucker.

Schnitzel würzen und in Butterschmalz anbraten, die kleingeschnittenen Champignons und Zwiebel dazugeben und mitdünsten lassen. Mit etwas Wasser und dem Zitronensaft ( oder dem Wein) ablöschen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Nun die Sahne hinzugeben und noch ein wenig durchziehen lassen. Mit Pfeffer, Salz und etwas Zucker abschmecken evtl anbinden - und fertig ist das Mahl aus der ostfriesischen Haute Cuisine.

Hierzu paßt ein Arbois-Weißwein oder auch ein Gewürztraminer .

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Rinderschnitzel mit Mangold

Man stellt es sich ganz einfach vor : man geht zum Metzger, wartet geduldig mit seiner Nummer 94 ( 83 wird gerade bedient) , erlebt so die Schulterbraten, Grillschnecken und " haben Sie daß mit Frau Meyer mitbekommen..." und dann passiert es völlig unerwartet - man ist dran. Also sage ich meinen auswendig gelernten Satz: " Vier Rinderschnitzel bitte ! ". Die Augen der Fleischerfachverkäuferin verengen sich während sie gestreng sagt : " Da müsste ich im Kühlraum nachschaun ! ". " Oh ja bitte" erwidere ich zaghaft, woraufhin sie für einige Zeit verschwindet. Nachdem Nummer 98 glücklich und zufrieden mit Rinderbraten und Leberwurst den Laden verlässt, erschallt aus dem Kühlraum ein " hem wi net mehr !!!" Bei der sich daraufhin anschliessenden Diskussion des Personals, stellte man einstimmig fest das Rinderschnitzel selten gewünscht werden , eigentlich eher garnicht und Schweineschnitzel wären ja auch ganz lecker...! Nach soviel freundlicher Überzeugungsarbeit war auch ich glücklich den Laden mit vier Rouladen, etwas Aufschnitt und einem " schönen Tag noch " verlassen zu dürfen. Den Mangold konnte ich zum Glück im Garten ernten , einfach so ....

4 Rinderrouladen ( oder dünn geschnittene Rinderschnitzel), Mehl, Paniermehl,
2 Eier, 0.5-1kg Mangold, 1 Zwiebel, etwas Sahne und evtl. 1 Zitrone

Die Rouladen in "handliche" Stücke schneiden und mit Pfeffer und Salz würzen. In Mehl wälzen, panieren und in einer Pfanne mit reichlich (Oliven-) Öl langsam braten. In der Zwischenzeit in einem Topf die kleingeschnittene Zwiebel in etwas Öl / Fett andünsten und den gewaschenen und abgetropften Mangold hinzugeben. Mit Pfeffer und Salz würzen, einige Minuten köcheln lassen und mit einem Sieb die überschüssige Flüssigkeit abdrücken . Nun noch etwas Sahne hinzufügen und mit den "Schnitzel" servieren. Den letzten Pep bekommen die Schnitzel allerdings erst mit etwas Zitrone.

Dazu trinke ich am liebsten einen Ruländer oder einen leichten Roten, aber wer will kann auch seinen Wein dazu trinken.

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Senfschnitzel

Eigentlich sollte ja hier das Rezept für das weltberühmte Jägerschnitzel stehen, aber so richtig trauen tu ich's mich nun doch nicht. Sicher, dann wäre endlich auch mal ein "vernünftiges" Rezept dabei , so für die Nachbarn und so . Toll fände es man dann auch wenn ich es " Jägerschnitzel á la Annegret" nennen würde. Aber nein, ich bleibe hart und deshalb dies hier:

4 Schweine- (Puten-) Schnitzel, mittelscharfer Senf (wenn möglich Dijoner Senf)
0.2l Weißwein, Sahne, Pfeffer,Salz,Zucker, Butter(schmalz), Mehl

Mit einenem scharfen Messer eine Tasche in die Schnitzel schneiden, dann mit einem TL Senf füllen und mit z.B. einem Holzzahnstocher verschließen. Etwa 1-2 Stunden marinieren lassen.Nun pfeffern und salzen und von beiden Seiten in etwas Butter(schmalz) bei kleiner Hitze vorsichtig anbraten. Mit Mehl bestäuben und mit Weißwein ablöschen, nun etwa 2 TL Senf und etwas Zucker zugeben. 1/2 -3/4 Stunde bei kleiner Hitze köcheln lassen , evtl.. etwas Wasser (oder auch Wein) nachgiessen. Zum Schluß je nach Geschmack, Sahne zugeben und ggf. mit Pfeffer,Salz und Senf abschmecken. Und da es jetzt Möhren gibt würden sie als Gemüse dabei auch nicht stören..

und meine unvermeidliche und gnadenlose Weinempfehlung : wie wär's denn mal mit einem richtig schönen deutschen Riesling ?

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Lammgeschnetzeltes

Eigentlich sollte es ein Grillabend werden, so richtig schön-spießig : mit Holzkohlengrill, Ketchup, verkohltem Fleisch und einem lauen Spätsommerabend. Aber es kam natürlich ganz anders. Rechtzeitig zum Ladenschluß wollte ich das Grillfleisch aus unserer Truhe nehmen - nun ja, mir muß irgendein Unbekannter zuvorgekommen sein - egal , Lammbraten ist auch Fleisch... Nach einigen Anrufen unserer Geladenen, bei denen uns bedauernd mitgeteilt wurde das die Großmutter zu x-ten male verstorben, der Kater hüstelt und das Auto immer noch in der Werkstatt stehe, ahnten wir schon ,daß es ein intimer Zwei-Personen Grillabend werden sollte. Ist ja auch ganz nett - nur der Wolkenbruch vorher, hätte nicht sein brauchen ...

0.5-1kg Lammbraten, 0.25l Weißwein, 50ml Sahne,
1 Bund Schnittlauch, Butter - und kein Ketchup

Lammfleisch in kleine Stücke schneiden und in Butter bei kleiner Hitze vorsichtig anbraten. Mit Weißwein ablöschen, dann mit Pfeffer und Salz würzen und ca 45 Minuten köcheln lassen. Nun die Sahne zugeben evtl. etwas anbinden, nachwürzen den kleingehackten Schnittlauch dazugeben und noch ganz kurz ziehen lassen. Mit in ein wenig in Butter gedünsteten Bohnen servieren.

Als Wein haben wir hierzu einen roten Côtes de Provence getrunken, ( weil mir danach war) aber ein kräftiger weißer ( warum nicht mal einen trockenen Tokajer) wären ein Experiment mal wert - und wer kein Risiko eingehen will, kann ja noch eine Flasche Rosé in den Kühlschrank legen...

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Glühweinbraten

Wenn's in Ostfriesland adventlich kalt und nass wird und außerdem noch Wochenende ist, dann wird sich so mancher wetterfester Tourist über die Heerscharen von Ostfriesen auf den Landstraßen wundern. Auch die Warnschilder mit dem fremdartigen Hinweis " Vorsicht ! Boßeln !" helfen ihm nicht weiter. Aber es gibt eine rationale Erklärung für dieses todesmutige Verhalten : Boßel ist ein alter traditioneller Volkssport in Ostfriesland, der nach alten, strengen Regeln ausgeübt wird. Zwei Mannschaften wetteifern darin, eine (Holz-) Kugel möglichst weit zu rollen, um als Erste das Ziel zu erreichen. Problem dabei : da neben den Straßen meist Wassergräben (Schlote) sind, rollen die Kugeln am liebsten dort hinein. Um den Frust und Frost besser ertragen zu können, führen die Mannschaften zumeist einen, mit Proviant gefüllten Bollerwagen mit. Auf ihm befindet sich zumeist eine komplette Kollektion von Thermosbehältern, die mit GLÜHWEIN randvoll sind . Das wird aber nicht lange so bleiben , denn der Frost ist streng, die Schlote tief....
Sollte das Schicksal den Mannschaften mal nicht hold sein und das Ziel ist recht zügig und ohne viele Schlot-Pausen erreicht , dann kann es unter widrigen Umständen schon mal vorkommen das etwas Glühwein übrig bleibt. Aber zum Glück ist ja Adventszeit ! Und Sport macht hungrig und der Braten ist auch noch nicht fertig ...
ALSO LOS !! KOCHEN !!

Zutaten :
1 kg Rinderbraten, 0.5l Glühwein, 2 Zwiebeln,
Salz, Pfefferkörner, Pimentkörner,Wacholderbeeren,
Rosmarin, Lorbeer, Thymian, Preiselbeeren
Sahne

Zubereitung :
Salz, Pfeffer, Piment, Wacholder, Rosmarin, Lorbeer und Thymian in einem Mörser fein zermahlen und damit das Fleisch einreiben (zur Not tut's auch Wildgewürz). Nun das Fleisch in etwas Öl anbraten und dann den Glühwein und die Zwiebeln zugeben. Etwa 1,5 - 2 Stunden bei kleiner Hitze weiterschmoren lassen. Später dann 1-2 EL Preiselbeeren zugeben und noch mit etwas Salz und Sahne abschmecken . Dazu schmecken Birnen am besten aber wenn man's klassisch liebt, geht auch Rotkohl.

Hierzu trinke ich dann öfters einen schönen Burgunder, aber einen Medoc mag ich bald noch lieber dazu...

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Lammfrikadellen

Ich weiß, die Ostfriesen lieben Schweinefleisch über alles! Rindfleisch ist schon für so manchen (auch in der Prä-BSE-Epoche) ein kulinarischer Härtetest, aber Lammfleisch ist für viele (fast) genauso exotisch wie ein Oryx-Antilopen Braten. Dabei stehen die Deiche hier voll mit den schmackhaftesten Schafen die diese Republik nun mal hat, und deren Hauptbeschäftigung besteht darin, glücklich und zufrieden, den Deich festzutrampeln, das Gras zu fressen und die Touries zu begaffen. Mehr Okö geht wohl wirklich nicht mehr. Aber so einmal im Jahr trennt sich dann (natürlich schweren Herzens) der Deichschäfer von dem einen oder anderen, ihm wohlbekannten Schafe....
Ja , und da Schafe nun mal nicht nur aus Keulen und Filets bestehen, gibt's dann auch das äußerst schmackhafte Lammhack beim Fleischer.

Zutaten :
500gr. Lammhack, 2 Eier, 1 Zwiebel,
2 Scheiben Weißbrot, 1 Bund Petersilie,
1Knoblauchzehe, 2 EL Tomatenmark,
1-2 TL Paprika, 1-2 TL Salz

Zubereitung :
Die Zwiebel und die Knoblauchzehe entweder pürieren, oder in sehr feine Stücke hacken, und mit den Eiern und dem Hack vermengen. Die vorher, in etwas Milch eingeweichten Brotscheiben, die feingehackte Petersilie, das Tomatenmark, Paprika und Salz hinzufügen, gut durchkneten und zu kleinen flachen Frikadellen formen. Schön langsam und mit Geduld in Olivenöl braten und den gierig wartenden Gästen servieren.

..und da dies alles recht würzig ist, sollte es dazu schon ein ziemlich kräftiger Roter sein ! Wie wär's mal mit einem schönen Roussillon, den man dann gleich zum Käse weitertrinken kann ?

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DW - Lammfilets

Da lag ich nun am sonnigen Inselstrand, las ganz unbekümmert Tolkien's "Herr der Ringe" derweil sich das Schicksal schon mit mir beschäftigte . Denn ab dann lag die unscheinbare "Suse S@irgendwo  . . TV-Beitrag  05.08.98 13:03" - Mail in meiner Mailbox - und da sollte sie fast noch eine Woche liegen bleiben - so wie ich am Strand. Nachdem der Fiesling im "Herr der Ringe" besiegt, der Urlaub beendet, mein Schreibtisch entrümpelt und die Mailbox geöffnet war, glitt der Mauszeiger wie von Geisterhand gesteuert auf die Suse.S-Mail und mit einem kaum hörbaren "klick" öffneten sich die Abgründe des Schicksals....
Dort las ich dann, dass Suse S. zum Greiferkommando "Deutsche Welle Fernsehen" gehört, dass ich sofort und unverzüglich Interesse an einer TV-Sendung über meine Webseiten zu haben und mich unbedingt und sofort bei Ihr zu melden hätte ( das natürlich alles, in ganz lieben, netten einlullenden Worten ) ! Puuhhh !
Ich tat wie mir aufgetragen, fuhr danach meine Gattin aus ihrer Amts-Gruft befreien, verbeulte unterwegs noch kurz ein gegnerisches KFZ. Und dann beichtete ich Nora alles. Die Beulenaffäre war zu Freude der Versicherungen schnell geregelt, aber vor dem Fernsehen gab's kein Entkommen und so kam dann ein Tête-á-Tête mit Suse S. am Emder Bahnhof zustande. Bei mir zu Hause angekommen, wartete dann schon ein in der Sonne ausgedörrtes Kamerateam auf uns. Als erste waren Aussenaufnahmen angesagt, also gings dann in profihafter Hektik zur Schleuse Kukelorum, dann waren die Extumer Kühe dran, dann durfte ich so "ganz spontan" meine Markteinkäufe tätigen. Aber schliesslich gelang es mir mit Hinterlist alle in Anita's Käseladen zu einem Imbiss und 'nem Fläschchen Cabernet zu locken. Dann gings wieder nach Hause.
Und wieder lief die Kamera : Im Ernteeinsatz zertrampelte ich Nora's Gemüsebeet, klickte an meiner PC-Maus wie ein Besessener herum, stammelte mit ausgetrocknetem Munde etliche male die Interviews zurecht und brachte den Kameramann durch mein ständiges in-die-Linse-glotzen zum Wahnsinn. Aber dann : Dann durfte ich endlich kochen aber was ? Nun ja kochen entspannt - dachte ich wenigstens.
Als dann unsere kleine Küche endlich mit Scheinwerfern, Kamera, Mikro und dem Team vollgestopft war, durfte ich dann auf den verbleibenden 2m² brutzeln. Nachdem ich dann die Lammfilets zum vierten male in die Pfanne gelegt, Nora zum dritten male bedient, und den Wein zum zweiten male eingeschenkt hatte, haben wir Sechs dann endlich die verkohlten Lammfilets mit Gemüsebrei essen können...
Ja, und da die TV Sendung recht erfolgreich war, müsste jetzt eigentlich gleich Steven Spielberg oder Arnold Schwarzenegger hier anrufen um mich für eine Hollywoodrolle als köchelnden Actionhelden zu gewinnen....

Zutaten :
4 kleine Lammfilets, 1-2 mittelgrosse Zucchinis,
4 Tomaten, 2 Zwiebeln, 1 Knoblauchzehe,
Sojasauce, Olivenöl, Sahne, 0.1l Weißwein
Salz, Thymian, meine Würzmischung :
Pfeffer, Paprika, Piment, Majoran,Tymian,
Rosmarin und Coriander.
( wem das alles zu komplizert ist,
der kann auch einfach nur Provencekräuter
oder ein normales Grillgewürz nehmen. )

Zubereitung :
Die Filets ca. 2 Stunden vorher salzen, pfeffern und mit etwas Olivenöl, Sojasauce und Thymian marinieren. Zwiebeln und Knoblauch in kleine Stücke schneiden und in Olivenöl dünsten. Die in Stücke geschnittenen Zucchinis und Tomaten dazugeben, würzen, nach etwa 5 Minuten den Wein hinzugeben und alles langsam vor sich hinköcheln lassen. Nun die abgetrockneten Filets, in einer heißen Pfanne, aussen schön braun und innen rosa braten, herausnehmen und warm halten. Nun etwas Wasser in die Pfanne geben, den Sud mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen, etwas Sahne dazu, evtl. anbinden - und fertig ist die Sauce.
Dem Gemüse auch noch etwas Sahne gönnen und dann schnell servieren.

Getrunken haben wir, zur Freude aller, einen '93er Pauillac ( Medoc )

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(un)ostfriesische Roastbeefstreifen

Eigentlich habe ich ja Glück: die Ostfriesen essen nämlich selten Rindfleisch - und das, obwohl die Weiden voll mit den Rindviechern stehen. Man bevorzugt hierzulande das Schweinische und das drückt die Rindfleischpreise...
Und um die paar wenigen freilaufenden Deichschweine auf den eigenen Teller zu locken muß man schon in direkter Erbfolge unseres Bundeskanzlers stehen. Denn obwohl es in Aurich die Ferkelerzeugergemeinschaft Ostfriesland eG gibt ( die heißen wirklich so !! ) werd ich den Verdacht nicht los, daß die meisten Schweine aus den oldenburgischen Massenbetrieben hierherverschleppt werden. Ja, und dann liegt dann so die arme Sau auf dem Ostfriesenteller während unsere tollen Rinder exportiert werden (und das nicht wegen der BSE-Hysterie). Und deshalb freu ich mich immer wenn ich ein schönen Stückchen zu günstigen Preisen bekomme ...
Das ist auch der Grund warum es kaum klassische Rindfleischrezepte gibt, aber man ist ja kreativ....

Zutaten :
500gr Rindfleisch (Roastbeef o.ä.), 50gr gehackte Mandeln,
50gr Rosinen, Balsamico-Essig, Sojasoße,
Sahne, Pfeffer, Salz, Zucker

Zubereitung :
Das Rindfleisch in Streifen schneiden pfeffern , salzen, mit Balsamico-Essig und ein kleinwenig Sojasoße beträufeln und mindestens 2 Stunden marinieren lassen. In einem Topf Butter und etwas Öl erhitzen das Fleisch darin anbraten und etwas später die Mandeln hinzugeben. Wenn die Mandeln leicht angebräunt sind , mit etwas Wasser und der Marinade ablöschen, die Rosinen hinzugeben und etwa 45 Minuten bei kleiner Hitze köcheln lassen. Sahne hinzufügen mir Balsamico, Pfeffer, Salz und Zucker nochmals abschmecken und evtl. etwas anbinden.

An Gemüse war da noch etwas Rosenkohl und getrunken haben wir dazu einen Südafrikanischen Chardonnay (Hamilton Russel) der schön "woody" war und mir ausgezeichet dazu geschmeckt hat !

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Lammkürbis

Nun ja, ist ja eigentlich kein ostfriesisches Rezept. Ist mehr so was Südafrikanisches - weil da gehören Kürbisse schon fast zum Grundnahrungsmittel und auch die Lämmer aus der Karoo werden dort gern gegessen. Aber hier gibt's ja auch Lämmer und Kürbisse, nur werden hier die Kürbisse süss-sauer eingelegt oder als Zierkram vor die Tür gelegt. Aber es geht ja auch anders. Ausserdem ist Constantia nicht nur ein Vorort von Kapstadt und Transvaal eine südafrikanische Provinz sondern auch Stadtteile von Emden und dann hatte Oostindische Compagnie hier auch mal 'nen Stützpunkt und die hat ja bekanntlich Kapstadt gegründet. Die Zugvögel verbringen den Winter sowieso in Afrika und die Möwen sehen hier genauso aus. Also, wenn ich's mir recht überlege, ist's eigentlich doch ein richtig typisch ostfriesisches Gericht.....

Zutaten:
1 Kürbis (2-3kg), 3 Zwiebeln
1-2kg Lamm-Schulter, -Nacken, -Rippe
Salz, Pfeffer, Curry, Zimt,
evtl. etwas Sojasosse

So, eigentlich ist die Zubereitung ganz einfach. Als Kürbis können wir im Grunde alles nehmen was da so wächst - nur keine Angst vor den bunten Dingern, auch die schmecken. Meist sogar besser als die "Normalen" - empfehlenswert sind "Flat white Boer", "Green Hubbard" oder "Queensland Blue". Die schälen wir und schneiden sie in kleine Stücke. Dann packen wir Kürbis und Zwiebelstücke in einen grossen gusseisernen Topf (die Afrikaner benutzen dafür einen sogen. Potjie =Peukie gesprochen) salzen das ganze, tun etwas Pfeffer, eine Prise Zimt (wichtig!) und Curry (evtl etwas Soja) dazu. Dann kommt das gewürzte Fleisch darauf und sonst NIX mehr - auch keine Flüssigkeit! Deckel drauf, auf die Herdplatte (kleine Stufe) oder in den Backofen (110°) damit und dann etwa 3-5 Stunden Halma spielen und den Topf vergessen - köcheln lassen und bloss nicht umrühren! Ja und dann kommt der grosse Moment: Das Fleisch vorsichtig aus der "Matsche" herausnehmen, warm stellen und den Brei dann nochmal mit dem Gewürzsortiment abschmecken ( Vorsicht mit dem Zimt- man soll ihn nicht herausschmecken). Alles gut passieren und mit dem Fleisch auf die Teller geben. Das Ganze sieht zwar nicht unbedingt verlockend aus, aber man kann sich ja mit dem Food-design was einfallen lassen. Nun ja, wenn dann auf einmal die Teller leer sind, dann tut's einem schon leid dass der Kürbis nicht 6 kg schwer war...
Ist übrigens ein prima Rezept wenn man unpünklichen Besuch erwartet.

Ach so, Trinken.... So'n typischer ostfriesischer Chardonnay aus Südafrika mit Holznote, schön gekühlt kommt gut zum Curry!

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... und bitte ins Gästebuch eintragen . Danke !

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