Eintopf & Gemüse


(Grön-Kool / Grünkohl) (Speckfetten-Grau-Aarten) (Updrögt Bohnen) (Ostfriesische Kartoffelsuppe) (Sauerkrauteintopf) (Nora's Gemüsetorte) (Grootheider Stipp) (Pilzpfanne) (Labskaus) (Steckrüben-Eintopf) (Insett-Bohnen) (Lammrippe mit Linsen) (Zwiebelkuchen)

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Speckfetten-Grau-Arten

( Graue Erbsen mit Speck )

250 g graue Erbsen ( nur in Ostfriesland erhältlich), 2 Möhren, 2 Stangen Porree,
250g durchwachsener Speck, 5 Zwiebeln, Butter, Salz

Die Erbsen über Nacht in gut 0.5l Wasser einweichen. Dann mit dem Wasser, den klein- geschnittenen Möhren und Porree und etwas Salz etwa 2-3 Stunden bei sehr kleiner Hitze köcheln lassen damit die Erbsen nicht platzen. Das Wasser muss verkochen, danach die Erbsen nochmals mit Salz abschmecken. In der Zwischenzeit den in Würfel geschnittenen Speck ausbraten und die in dünne Scheiben geschnittenen Zwiebeln in Butter braun braten. Alles getrennt in vorgewärmte Schüsseln servieren. Dazu werden je nach Geschmack Gewürzgurken oder Essigpflaumen ( ! ) und Senf gegessen.

Als Getränk natürlich Bier und nachher den lebensrettenden Korn.

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Updrögt Bohnen

Etwas für die ostfriesischen "Gourmets" und außerden noch eins der ostfriesischen Nationalgerichte. Die Bohnen hierzu (Sorte : "Hinrichs Riesen"/"Speckbohnen") werden nach der Ernte auf einen Faden gezogen und in der Küche oder auf dem Dachboben getrocknet und sollen so den typischen Geschmack erhalten.

500g Bohnen, 500g Kartoffeln, 500g durchwachsenen Speck,
4 Pinkelwürstchen (Mettwürstchen), Salz und Pfeffer.

Am Tag vorher die Bohnen in reichlich Wasser einweichen, danach in Stücke schneiden und in frischem Wasser etwa 30 Minuten kochen wiederum das Wasser wechseln, den Speck zugeben und etwa 1-1.5 Stunden mit etwas Salz köcheln lassen. Nun Kartoffeln und Würste zugeben, gar kochen lassen, mit Pfeffer Salz und evtl. etwas Essig ab - schmecken und durchstampfen ( oder auch nicht ).

Naja, hier ist Bier und der Korn danach wohl unvermeidlich

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Grön-Kool

( Ostfriesischer Grünkohl )

Wenn's bei den Ostfriesen im Winter "gesellig" wird, oder wenn man vom Boßeln ( traditioneller ostfriesischer Volksspport) in die Stammkneipe einkehrt dann ist das Grünkohlessen obligatorisch.

2-3 kg Grünkohl, ca. 30g Hafergrütze
4 Zwiebeln, 4 Pinkelwürstchen (Mettwürste),
1kg geräucherten Speck und / oder Kassler,
Schmalz, Pfeffer, Salz, Zucker

Den Kohl von den Stielen abpflücken, gut waschen und kleinhacken. In einem Topf die kleingeschnittenen Zwiebeln in Schmalz dünsten und den Kohl zugeben. Nach kurzer Zeit, Wasser und Speck / Kassler zugeben und salzen. Nach etwa 1 Stunde die Grütze zufügen und nochmals 1 Stunde köcheln lassen, die Würstchen nach etwa einer haben Stunde dazugeben. Kurz vor dem servieren, mit Salz, Pfeffer und etwas Zucker abschmecken.

Dazu Kartoffeln, Bier, Korn. ( in dieser Reihenfolge ! )

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Ostfriesische Kartoffelsuppe

1kg Kartoffeln (mehlig),250 g durchwachsenen Speck
500 g gepulter Granat (Krabben), 3 Möhren, etwas Sellerie,
1 Porreestange,4-5 Zwiebeln, Petersilie, Pfeffer, Salz

Speck und Zwiebeln in kleine Stücke schneiden, in einem Topf goldgelb braten. Mit etwa 1 Liter Wasser ablöschen und die, in Würfel geschnittenen Kartoffeln, und das Gemüse in den Topf geben. Salzen und etwa 1/2 -1 Stunde kochen lassen und das ganze danach passieren und mit etwas Pfeffer abschmecken. In die Teller den Granat (Krabben) verteilen und die Suppe darüber geben. Mit frisch gehackter Petersilie bestreuen.

Dazu wie immer Bier oder ein trockener Weißer oder gar nichts.

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Sauerkrauteintopf

Nicht nur die Bayern kennen und essen Sauerkraut, auch in Ostfriesland sind Sauerkrautgerichte beliebt, wenn auch manchmal die Zubereitung etwas verwegener ist. Aber für solche Fälle gibt's in Ostfriesland den universellen Spruch : " wer's denn leiden mag ..."

Zum Rezept :
250gr Kassler, 350gr Sauerkraut, 500gr Kartoffeln, 3 Äpfel,
1 Zwiebel, Salz

Kassler mit Knochen in etwas Flüssigkeit ca 10 Minuten garen, danach in Würfel schneiden und in einen Topf geben. Sauerkraut und gewürfelte Kartoffeln schichtweise in den Topf geben und die kleingeschnittenen Äpfel und Zwiebeln dazugeben. Evtl. etwas Salz hinzufügen. Etwa 30-40 Minuten garen lassen. Servieren und aufessen.

Als Getränk eignet sich eigentlich nur Bier. ( Starrköpfe könnten es ja mal mit einem Riesling versuchen)

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Nora's Gemüsetorte

Welcher Kleingärtner kennt das nicht : Man kommt mit stolzgeschwellter Brust aus seinem Garten und präsentiert der gestrengen Hausfrau seine Erzeugnisse : 3 Möhren, eine Hand voll Erbsen, ein Bonsai-Blumenkohl / - Broccoli, einige Stengel Petersilie eventuell noch 5-8 Bohnen und eine ganze Zwiebel und sagt : "Schau mal, meine Ernte !!!" Woraufhin die Hausfrau freundlich aber bestimmt antwortet: "Was soll ich denn damit anfangen ?" Ehemann: "Ööh !?!., Ja ..., also.." Resultat : Die üppige Ernte verschwindet im Gemüsefach zum Verschrumpeln und der Ehegatte zum Schmollen im Fernsehzimmer..
Es sei denn ..der Gatte rafft sich eigenmächtig zur Gemüsetorte auf :

Er nimmt also :
Die Erzeugnisse der heimischen Scholle
( 3-5 Möhren, Erbsen , Blumenkohl 1 Zwiebel und und und.... )
1Bund Petersilie, 1/8 l frische Sahne , 4 Eier, Blätterteig, Pfeffer,Salz

Das Gemüse in kleine Stücke schneiden und mit wenig Salzwasser kurz dünsten. Eine mittlere Auflaufform mit Blätterteig auslegen und darauf das etwas erkaltete Gemüse mit der kleingehackten Petersilie schichten, danach salzen und pfeffern. Die Sahne und die Eier verquirlen und über das Gemüse geben. Im Backofen bei etwa 180 Grad ca. 30 bis 45 Minuten überbacken lassen und dann unter dem kritischen Blick der Hausfrau mit den Worten servieren : " Siehst Du, DAS kann man damit anfangen!!" Antwort der Gattin : "Ööh !?!., Ja ..., also.."

.. und nach den ersten Happen und den ersten Gläsern des trockenen Weißen : " Toll, ich bin stolz auf Dich !!"

( Fast wie im Film ...nur nicht wie im richtigen Leben)

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Grootheider Stipp ( Pannstipp )

Da sitzt man nun zu Hause und zermartert sich das Hirn was für ein exklusives Rezept man diesmal der geneigten Leserschaft anbieten kann : "mal was mit Forelle ? " - " Nein, nein nicht schon wieder Fisch!" - " oder Wild ? " - " Nein, nicht im Sommer! " - " Na gut ! Also ein Dessert ! " Und endlich nach der Qual der Wahl fängt man an zu laborieren um danach als Hobby-Legastheniker dieses auch noch in mühevoller Zweifingerarbeit in den PC zu tippen. Kaum ist man fertig und auch noch stolz darauf, da ereilt einen noch vollkommen unerwartet, folgender Schicksalsschlag : " Wo bleibt der Grootheider Stipp ?" dringt aus den fernen Tiefen des WEB's in Form einer e-mail zu mir. Da es sich hierbei vermutlich um den einzigen Leser meiner Web-Seite handelt, habe ich natürlich keine andere Wahl :

Also, für den treuesten Leser meiner Rezepte:

( Bitte, bitte, weiterempfehlen - vielleicht werden es ja auch mal zwei oder gar drei ... )

5-6 große Zwiebeln, 200gr durchwachsenen Speck,
3/4-1 l Milch , 2-3 EL Mehl, etwas Butter, Pfeffer und Salz,
( Pell- ) Kartoffeln

.. und eine große Pfanne - sonst wird's mit 1 l Milch nämlich eng darin !

Den Speck in kleine Würfel schneiden und in der Butter ausbraten. Nun die, vorher kleingeschnittenen, Zwiebeln dazugeben und mitdünsten lassen. Das Mehl darüberstäuben, mit einem Schneebesen verrühren und leicht anbräunen lassen. Nun diese Mehlschwitze mit der Milch ablöschen und gleichmäßig verrühren. Mit Pfeffer und Salz abschmecken, Pellkartoffeln dazu und fertig.
( .. und wenn man dann vorher noch 1-2 EL Creme Fraiche und etwas frische Petersilie dazugeben würde ....)

Ein irgendwie gearteter Hering schmeckt hierzu eigentlich immer und ein trockener Weisser, ist als Bierersatz durchaus empfehlenswert.

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Pilzpfanne aus dem Egelser Wald

So im Herbst, wenn man dann durch den Wald geht, fallen einem natürlich diese, niedlichen weiß-gepunkteten roten Dinger auf, die wir ja alle aus unserer Kindheit von den Adventskränzen her kennen : Die Fliegenpilze ! Aber keiner will sie essen- welch ein Glück für die Pilze .Aber da gibt es ja noch andere: die, die so den ganzen Tag vor sich hinwachsen bis sie Beute des kundigen Sammlers oder eines Vandalen werden. Zu den Eßpilzen gehören unter anderen : die Pfifferlinge, die Parasolpilze, die Maronenpilze, die Stubblinge und nicht zuletzt die Waldvariante der Jägerschnitzelpilze diesmal ohne Dose aber dafür mit Geschmack!
So, nachdem wir unsere sorfältig erwählten und geernteten Pilze stolz in unserem Hänsel und Gretel-Körbchen nach Hause getragen haben, stellt sich uns die alles entscheidende Frage: " Wat nu ?" Und die Antwort ? : - Richtig ! - Pilze schmecken am besten mit sich selber.

Pilze (je mehr je besser), durchwachsenen Speck, Zwiebeln, Butter,
Creme Fraiche

Je nach Menge der Pilze, Speck in etwas Butter anbraten, kleingeschnittene Zwiebeln und etwas später die Pilze dazugeben . Dies alles pfeffern und salzen und ca. 15 Minuten bei schwacher Hitze mehr dünsten als braten .Kurz vorher Creme Fraiche dazugeben, umrühren und mit Baguettebrot servieren.

.. auch wenn's verwegen und abgehoben klingt : Champagner schmeckt traumhaft gut dazu. ( es muß ja nicht gleich ein Dom Pérignon sein...)

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Labskaus

Ich weiß, ich weiß liebe Hamburger, es ist euer Nationalgericht, aber erstens gibt es woanders auch Labskausfans und zweitens konnte ich dem Herzenswunsch einer Exilfriesin aus Köln nicht widerstehen und darum gibt's jetzt gnadenlos das Rezept. Ich muß gestehen das ich kein Labskausfan bin, deswegen habe ich's auch nicht aufgegessen. Ein anderes Problem ist ja wohl das es eine Vielzahl von Varianten gibt aus der ich Variation Nr. 127 erwählt habe obwohl man aus diesen Zutaten ja auch was anderes ( richtig leckeres) zubereiten könnte, aber Ihr habt es so gewollt und wenn es Euch ,liebe Leser geschmeckt hat, dann dürft Ihr auch über mich schimpfen! Alles klar ? Dann guten Appetit !

1-2 Dosen Corned Beef, 1 kg Kartoffeln, 4 Zwiebeln,
2 Matjes, Schmalz, Pfeffer,Salz,Muskat,
4 Eier, Rote Beete, Gewürzgurken

Corned Beef und Zwiebeln in etwas Schmalz kurz anbraten. Mit den gekochten und pürierten Kartoffeln vermengen und mit Pfeffer und Salz und Muskat abschmecken. Nun die Matjes entwededer halbieren oder in kleine Stücke schneiden und dazugeben. Je nach Variante werden noch Gurken oder Rote Beete dazugemengt oder als Beilage gereicht. Dazu gibt's auf jedenfall Spiegeleier.

Getränk : Ich glaube Bier.

... und wenn's jemand anders kennt, ist's auch O.K.

.. und da war ja noch der wohlmeinende Rat eines Labskaus-Fans das Dosen-Corned-Beef durch gekochtes und zubereitetes Rind/Ochsenfleisch zu ersetzen. Recht hat er !

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Steckrüben-Eintopf

Dies Rezept ist mal wieder mal denen gewidmet, denen es vor nichts graust und denen, die geröstete Otternasen leid sind. Nicht etwa, das dieser Eintopf nicht schmeckt, aber allein die blödsinnige Annahme das sich die Steckrüben nur zur Schweinefütterung eigne, hat dazu beigetragen diesen Eintopf zu outen. Dabei könnte sich so manches Schwein glücklich schätzen damit gemästet zu werden, aber vielleicht schafft die Steckrübe ihr Comeback in die deutschen Gourmet-Tempel auch ohne den Umweg Schwein. Und wer sich nun überhaupt nicht mit der Steckrübe anfreunden will, der kann's ja mal mit Möhren versuchen (dann heißt dieses Gericht "Wuddels doerstampt").
So, und nun liebe Desperado-Gourmets geht's los..

Zutaten :
1 Steckrübe (1.5-2kg), 500 gr Schweinerippchen
evtl. 2-3 Kartoffeln, etwas Liebstöckel, Pfeffer , Salz
Piment, evtl etwas Sahne, Petersilie

Zubereitung :

Die Rippchen mit Piment, Liebstöckel, und frisch gemahlenem Pfeffer in Salzwasser etwa 1/2 Stunde kochen lassen. Dann die in Stücke geschnittene Steckrübe ( und evtl. Kartoffeln) dazugeben. Dies ganze nun mindestens 1/2-3/4 Stunde garkochen lassen, und dann die Rippchen herausnehmen. Nun das ganze (evtl. mit etwas Sahne) durchstampfen , gehackte Petersilie und frisch gemahlenen Pfeffer darüberstreuen und mit den Rippchen servieren.

Zu dieser Pampe paßt fast jeder trockene Weißwein der "zufälligerweise" im Kühlschrank steht.

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Insett Bohnen

Ja, wenn's die Exil-Ostfriesen nicht gäbe , dann würde erstens der Andrang auf meine Seiten nicht so groß sein und ich würde zum zweiten nicht soviel "Terror-Post" bekommen. Da schreiben/mailen mir doch tatsächlich wildfremde Leute, Sachen wie : "Toll gemacht ! ", "Hat GUT geschmeckt", "endlich was los in Ostfriesland" und die Hartgesottenen schreiben sogar " Toll - aber wo bleibt...". Aber die ganz verwegenen Exemplare dieser Gattung schicken mir sogar Rezepte, offenbar bin ich nicht schnell genug. Also, hier ist dann mal so ein Rezept : klassisch-Ostfriesisch .

Zutaten :
750 g Schnippelbohnen
500 g luftgetrockneter Speck
4 Mettwürstchen / oder entsprechend Kasseler / oder Schweinebauch 500 g Tuffels (Kartoffeln)
Pfeffer (und evtl. etwas Salz)

Zubereitung :
Schnippelbohnen waschen, kurz aufkochen und abgießen; Dann wieder mit frischen Wasser aufsetzen und 1 1/2 Stunden mit dem Speck und den Mettwürsten kochen. In den letzten 20 Minuten die Kartoffeln zugeben und entsprechend zuende garen. Ist alles gar, das Fleisch rausnehmen und die restlichen Zutaten zerstampfen. Würzen !!!! Fertig.

Dieses ist nur ein Grundrezept, das in jeder Familie anders zubereitet wird.

Als Getränk gilt nur ein gutes Jever und nach dem Essen, lecker einen Kruiden.

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Lammrippe mit Linsen

Da die ostfriesischen Lämmer nicht nur aus Kotelettes, Keulen und Filets bestehen, kann es schon mal vorkommen das so einige Körperteile in der Kühltruhe übrigbleiben. Da der Winter nun auch nicht gerade die optimale Grillzeit ist, muß man sich schon überlegen was man aus den Überbleibsel so kocht. Sicher, Irish Stew ist für sowas ja weltberühmt, aber das kennen wir ja alle- oder ?
Deswegen gibt's hier jetzt wieder was extravagantes: Linseneintopf. Wenn's geht sollte man des feineren Geschmacks wegen, rote Linsen nehmen.

Zutaten :
500gr. Linsen ( rote, wenn möglich) 1 kg Lammrippe,
etwas Sellerie, 3 Möhren, 3 Zwiebeln, 5 Kartoffeln,
Essig, Pfeffer, Salz

Zubereitung :

Die Lammrippe mit den Zwiebeln und dem Sellerie in ca. 1.5l Salzwasser kochen lassen. Kartoffeln und Möhren in kleine Stücke schneiden und nach ca. 1 Stunde mit den (roten) Linsen hinzugeben. (Die "normalen" Linsen müssen vorher eingeweicht werden!) Dies alles nun noch etwa 1/2-3/4 Stunde köcheln lassen und dann mit Pfeffer und etwas Essig abschmecken.

Hierzu hab ich einen italienischen Merlot getrunken , obwohl Bier auch gepaßt hätte

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Zwiebelkuchen

Möhren sind ja schon ein tolles Gemüse. Ich liebe sie. Deswegen wachsen sie auch bei uns im Garten. Nur bin ich nicht deren einziger Liebhaber, die kleinen Würmchen lieben sie auch. Kluge Gärtner wissen natürlich sofort Rat : ' Zwiebeln dazupflanzen! ' - Toll ! - Aber offenbar sind unsere Würmchen ungebildet, oder pervers, denn die Zwiebeln stören sie überhaupt nicht. So ist also im laufe der Jahre aus unserem Möhrenbeet, eine Zwiebelplantage geworden und mittlerweile teile ich die Früchte des Ackers gerecht mit den Würmchen: sie kriegen die Möhren - ich, die Zwiebeln! So hängt also im Spätherbst, unsere trocknende Zwiebelernte in diversen Räumlichkeiten und verströmt ihr Aroma. Da sich Vampire bekanntermaßen nur von Knoblauch beeindrucken lassen, und wir, offen gestanden damit noch nie Probleme hatten, stellte sich für uns dann die Frage der weiteren Zwiebelnutzung. Dann der Gedankenblitz : Ab jeden 3. Donnerstag im November gibt's den Beaujolais Primeur. (zwar nix ostfriesisches, aber das ist meinen Zwiebeln auch egal) Also hab ich flugs einige Leute für den Freitag eingeladen und los gings mit den Vorbereitungen. Da stand ich also nun in der Küche und verarbeitete ca. 5 Kg Zwiebeln, als unsere Nachbarin am Küchenfenster vorbeiging, wißbegierig hereinschaute und mit einem Schreckensschrei zur Salzsäule erstarrte. So bilckte ich dann einige Sekunden in ihre geweiteten Pupillen bis mir klar wurde was SIE sah : MICH ! - Mit Gummihandschuhen, bunt befleckter Schürze und Gasmaske - ein Szenario wie nach einem Chemieunfall bei Hoechst, aber anders kann man das Zwiebelschälen nicht überleben...
Die Nachbarin ging übrigens nie wieder am Küchenfenster vorbei und verkaufte kurze Zeit später ihr Haus.....
Ja , und seitdem gibt's bei uns immer am 3. Wochenende im November viel Zwiebelkuchen und viel Beaujolais-Primeur.
Vielen Dank, ihr lieben Würmchen !

Zutaten (für 1 Blech) :
Teig :
350gr Mehl, 1 Pck. Trockenhefe, 1/8 l Milch,
1EL Öl, 1TL Zucker, 1/2 TL Salz
Belag :
1.5 Kg Zwiebeln, 250gr Speck, 1/4 l Sahne,
4 Eier, Salz, Pfeffer, Kümmel, Öl

Zubereitung :

Speck und Zwiebeln würfeln, getrennt anbraten und zum abkühlen zur Seite stellen. Mehl, Hefe, Salz und Zucker gut vermischen und mit der lauwarmen Milch verrühren. So lange kneten bis ein homogener Teigklumpen entstanden ist und diesen dann auf ein gut gefettetes Backblech ( geduldig ) ausrollen. Nun Eier, Sahne, Pfeffer,Salz miteinander verquirlen und nachdem der Teig 15 Min. (an einem warmen Ort) gegangen ist Zwiebeln und Speck darauf verteilen. Jetzt die Eiersahne darübergiessen ( man hätte lieber die Fettpfanne nehmen sollen !) Kümmel darüberstreuen und im Backofen bei 200 Grad so lange backen lassen bis die Zwiebel braun sind (ca 20-30 Min). Nun könnte man ihn schon mit hochgenuß essen, NUR - wenn man ihn noch 1 Tag "ziehen" läßt und ihn dann nochmal im Backofen kurz aufbäckt schmeckt er viel besser !

Man sollte sich aber nicht wundern wieviel Zwiebelkuchen und Beaujolais in so einen menschlichen Magen passt.

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... und bitte ins Gästebuch eintragen . Danke !

©M.Becker  +  Impressum   www.kwagga.de  www.ostfriesen-info.de